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Neue Methoden der EKG-Überwachung

Privatdozent Dr. med. Christiopher Piorkowski, Chefarzt der Abteilung für Rhythmologie, hat am 25.02.2014 zum ersten Mal einen Mini-EKG-Chip eingesetzt. Zum Vergleich hält er in der rechten Hand das viel größere Vorgängermodell. Der neue EKG-Chip ist kleiner und leistungsfähiger als das alte Modell.

Der winzige EKG-Chip wird mit einer Spritze unter die Haut des Patienten geschoben. Er misst Daten, die per Telemedizin vom Herzzentrum nonstop überwacht werden.

Im Herzzentrum Dresden Universitätsklinik wurde erstmals einem Patienten der neue Hochleistungs-Mini-Chip eingesetzt. Damit können rund um die Uhr Störungen der Herzspannung nachvollzogen werden, ohne dass der Patient im Herzzentrum anwesend ist. Der Chip sendet die Daten jede Nacht über das Handynetz. Damit ist es möglich, den Herzrhythmus kontinuierlich über Telemedizin zu überwachen. Bisher steht die neue Technologie deutschlandweit nur einer handvoll Einrichtungen zur Verfügung.

Die neue Gerätegeneration ist so schmal, dass der EKG-Chip mit einer Spritze unter die Haut neben dem Brustbein injiziert wird. Er ist fast 90 Prozent kleiner als die Vorgängerversion und besitzt die Form und Größe eines USB-Sticks. Er hat eine Batterie für drei Jahre und kann Unmengen an Daten wie Messwerte über die Herzaktivität speichern.  

Der kurze Eingriff erfolgt unter örtlicher Narkose. Mit dem neuen Gerät ist er deutlich einfacher, schmerzfreier, weniger invasiv und macht eine Operation überlüssig.

Von der neuen Technologie können Patienten profitieren, bei denen der Verdacht einer seltenen Herzrhythmusstörung sowie auf Vorhofflimmern besteht oder die mehrfach ungeklärte Ohnmachtsanfälle erlitten. Durch die tägliche Auswertung der Daten erkennt das Ärzteteam wiederkehrende zu schnelle, zu langsame oder unregelmäßige Herzschläge. Sie deuten auf eine Erkrankung hin. Somit lassen sich bespielsweise Vorzeichen eines Schlaganfalls entdecken. Bei auffälligen Werten wird der Patient kurzfristig ins Herzzentrum einbestellt.

In die Zukunft geblickt, steckt in dem neuen EKG-Chip das Potenzial, herkömmliche Methoden wie das Langzeit-EKG mittel- bzw. langfristig abzulösen und lange Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.